Warum Israel?
Gottes Treue zu seinem Volk ist ein Spiegel seiner Treue zu uns. Warum das für uns als Gemeinde bis heute Bedeutung hat.
Warum uns Israel bis heute wichtig ist
Gottes Treue zu Israel ist für uns ein sichtbares Zeichen seiner Treue zu all seinen Verheißungen – auch zu den Verheißungen, die er uns in Christus gegeben hat. Israel ist das Volk, das Gott erwählt hat, um durch es seinen Heilsplan in die Welt zu bringen: zuerst durch das Gesetz und die Propheten, dann durch den Messias Jesus Christus selbst.
1. Mose 12,1-3 · 5. Mose 7,6-8 · Römer 9,4-5
Unsere jüdischen Wurzeln sind kein Randthema, sondern entscheidend dafür, Gottes Wort in seiner ganzen Tiefe zu verstehen. Jesus selbst war Jude und lebte im Bund, den Gott mit seinem Volk geschlossen hatte. Sogar am Kreuz wurde er als „König der Juden" bezeichnet – als Spott gemeint, doch er verleugnete es nicht, weil es der Wahrheit entsprach.
Matthäus 1,1-17 · Hebräer 7,14 · Matthäus 27,37 · Johannes 19,19-22 · Johannes 18,33-37
Als Gläubige aus den Völkern sind wir wie wilde Zweige, die in den edlen Ölbaum Israel eingepfropft wurden – nicht an seiner Stelle, sondern um mit ihm an der gemeinsamen Wurzel teilzuhaben.
Lukas 24,25-27 · Römer 11,17-18 · Epheser 2,11-22 · Galater 3,29
In der Wiederherstellung der Nation Israel sehen wir ein deutliches Zeichen, dass Gott seine Zusagen hält und dass wir mitten in seinem prophetischen Zeitplan leben – als Vorbereitung auf die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.
Jesaja 66,8 · Jeremia 31,35-37 · Hesekiel 36,22-24 · Amos 9,14-15 · Matthäus 24,32-34 · Lukas 21,24-28 · Sacharja 14,4-9 · Offenbarung 19,11-16
Deshalb stehen wir zu Israel nicht, weil wir „judenfreundlich" sind oder eine politische Position beziehen wollen, sondern weil wir Gott lieben und sein Wort ernst nehmen. So wie Gott sein Volk Israel nicht vergessen hat, dürfen auch wir gewiss sein: Er wird auch uns nicht vergessen. Seine Treue zu Israel ist ein Spiegel seiner Treue zu uns in Christus.
Eine Frage der Identität
Wer die Bibel ernsthaft liest und sein Leben als Christ lebt, kommt früher oder später an den Punkt, sich mit dem Thema Israel auseinanderzusetzen. Das hat mit unserer eigenen Identität zu tun – denn Gottes Geschichte mit Israel ist Teil seiner größeren Geschichte mit uns Menschen. Israel ist dabei nicht deshalb besonders, weil das Volk selbst besonders wäre, sondern weil Gott sich gerade dieses Volk ausgesucht hat, um sich den Menschen vorzustellen: wer er ist, wie er handelt, dass er treu ist und sich nicht verändert.
Uns sind selbst schon Juden begegnet, die uns gesagt haben, sie wären lieber ein ganz normales Volk – so wie es sinngemäß schon in der Bibel beschrieben wird (vgl. 1. Samuel 8, wo Israel einen König haben will, „wie alle anderen Völker"). Sie wollen gar nicht Gottes auserwähltes Volk sein. Für uns als Christen bringt das eine Verantwortung mit sich, ein Gewissen: Wenn wir erkennen, wie Gott mit Israel handelt, erkennen wir auch, wie er mit uns handelt. Am Ende ist es eine Frage der Identität.
Das leben wir auch ganz praktisch in unserem Gemeindealltag: Wir feiern regelmäßig biblische Feste – zum Beispiel Pessach, Schawuot oder Sukkot – gemeinsam mit unseren Kindern und mit liturgischen Elementen, damit wir uns immer wieder neu daran erinnern, wie treu Gott ist. Wer sich näher damit beschäftigt, entdeckt außerdem, wie sehr sich diese Feste im Neuen Testament erfüllt haben: Pessach erinnert an Jesu Tod und Auferstehung, Schawuot an das Fest, an dem der Heilige Geist ausgegossen wurde – Pfingsten. So verstehen wir Gottes Wort in seinem ursprünglichen Zusammenhang besser – und Gottes Treue zu seinem Volk tiefer. Dazu gehört für uns auch die ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen, deutschen Geschichte.
Israel, We Stand With You
Seit 2014 sind wir mit einem eigenen Projekt in Israel aktiv, das sich bewusst gegen Antisemitismus stellt und Freundschaft mit dem jüdischen Volk sucht.